

Kinga MaryN
"Flüchtige Spuren - zeitlose Räume"
In meiner Malerei beschäftige ich mich mit Vergänglichkeit, Unendlichkeit und Zeitlosigkeit. Mich interessiert der Moment, der nur einmal geschieht – und im nächsten Augenblick bereits vergangen ist.
Jeder Pinselstrich ist eine solche Spur. Er entsteht aus einer Bewegung heraus, ist nicht wiederholbar und lässt sich nie wieder exakt genauso setzen. Für mich spiegelt das den Lauf des Lebens: Jede Sekunde zieht vorbei, verändert sich und kehrt nicht zurück.

Meine abstrakten Arbeiten entstehen in einem intuitiven Prozess aus Schichten, Linien, Spuren und Farbräumen. Zwischen Verdichtung und Auflösung entwickeln sich Bildwelten, die offen bleiben und Raum für eigene Assoziationen lassen.
Manche Betrachter entdecken organische Formen, Landschaften oder Erinnerungen, andere erleben die Bilder über Farbe, Bewegung und Stimmung. Ich lade dazu ein, sich Zeit zu nehmen und in den Bildern eigene Geschichten zu finden.
So werden meine Arbeiten zu stillen Räumen, in denen Flüchtigkeit und Dauer, Bewegung und Zeitlosigkeit miteinander in Verbindung treten.

Kinga MaryN, geboren 1974, war über drei Jahrzehnte in der Pflege schwerstkranker Menschen tätig - unter anderem auf Intensivstationen, in der Akutversorgung, Onkologie und in der Betreuung von Menschen mit Demenz. Die kontinuierliche Konfrontation mit existenziellen Grenzsituationen prägte ihre Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Zeit. Ihre künstlerische Praxis begann mit abstrakter Malerei. In einer folgenden Phase wandte sie sich der urban geprägten Bildsprache zu, in der Struktur, Oberfläche und räumliche Verdichtung im Mittelpunkt standen. Seit 2023 studiert sie Malerei und Zeichnung an der freien Kunstakademie Artefact in Bonn. Aktuell entwickelt sich ihre Arbeit zunehmend in Richtung informell-gestischer Abstraktion, in der Prozess, Schichtung und energetische Präsenz zentrale Elemente bilden. Sie lebt und arbeitet in Bonn.